Montag, 2. März 2015

Bei Nacht

https://www.youtube.com/watch?v=VMuWOdIF6As

Dem Sternenmeer entspringt aus tiefster Nacht
geschäumte Glut, in der die Träume fließen.
Sie wallen unscheinbar und plaudern weise,
indes der Mond die Schleier mit Bedacht
um unsre Blicke webt, sie zu verschließen.
Auf seinen Wogen gehen wir auf Reise.

Dem Schlummer gilt die wundersamste Reise,
die süßeste, die sie uns schenkt, die Nacht.
Auf Flügeln, die uns schützen und umschließen,
derweilen Traumgestalten überfließen,
hält oben über allem einer Wacht
und lächelt ein ums andre Mal und weise.

Er schaut herab auf seine eigne Weise,
kennt jede Tücke dieser stillen Reise,
streicht Decken glatt, berührt die Kissen sacht,
ist Herrin wie auch Herr, der Mond der Nacht,
in der die hellen Meere überfließen,
das Tor des Tages zu verschließen.

Der Schlaf will nun die laute Welt verschließen,
die Stunden, die zermürbten, die nicht weise.
Erst wenn die Träume ineinanderfließen
gleich einer unbekannt gewordnen Reise,
sich Ruhe sehnt nach sternbekränzter Nacht,
wird dir ein neues Sternenlicht entfacht.

Bist du betrübt und traurig, Freund, gib Acht,
beschau die Weite dir beim Fensterschließen
in mondenvoller, sternenklarer Nacht.
Sie schenkt dir Antworten, denn sie ist weise.
Begleite sie auf ihrer weiten Reise
und spüre die Bedeutungen zerfließen.

Tu es den Flüssen gleich, die stetig fließen
wohin das Bett sie lenkt in ihrer Pracht.
Sie murmeln, strömen, ruhen auf der Reise,
beim Sich-Erholen, beim Zusammenschließen.
Dein Schlaf ist Sammlung, die am Morgen weise
verankert, was empfohlen dir bei Nacht.

Du stille Nacht, in der die Träume fließen,
in deren Weise ich manch Mond verbracht!
Dich zu erschließen, führt mich auf der Reise.

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