Mittwoch, 28. November 2018

Auszeit

Nein, nicht wirklich:

Ich schreibe seit dem Frühjahr an meinem Roman, dessen Ende mittlerweile in Sichtweite kommt.

Allerdings brauche ich noch 3 bis 4 Monate, bevor ich mich wieder mit Lyrik beschäftigen kann.

Aus diesem Grund poste ich ab und an Bastelarbeiten, die mich den Kopf anheben lassen. :-)


Ich wünsche euch eine tolle Vorweihnachtszeit mit einem Haufen toller Ideen.


Eure Lotta

Sonntag, 21. Oktober 2018

Lesestübchen



3 Stunden Friemeln! 
Puh, aber es hat sich gelohnt. 
(Morgen geht's weiter mit der
Arbeit am Roman- Kapitel XXVI) 
;-) 

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Herbstbasteleien


für TT
Kathrin B.
Christiane
Jule L.
Kathrin G.
Jule K.
Katharina
Nancy
Irene
Dennis
Heike
Christine
Heikes Mutter



Dienstag, 10. April 2018

Endlich Vollsonne!



Verstohlen geht die Sonne auf,
ihr Blinzeln folgt noch zartem Streif.
Auf Wiesen schmust der Tau mit Reif
und nimmt die Spannerei in Kauf.

Der Borderline, der kühlen Nacht,
getaucht in Schwarz und Watteweiß,
entspringt ein goldnes Flimmern. Leis
hat dies den neuen Tag entfacht.

Sie tönt und färbt, bemalt die Welt,
legt bunte Laken auf das Land,
vertreibt den kalten Vollmondmann,

gleißt über Schatten. Dem gefällt
ihr schrilles Spiel, er grüßt galant.
Und Frühling knippst die Leuchten an.

Mittwoch, 28. März 2018

Mostafas Geschenk

Dein Lächeln glich einem Händchen, das aus entrückter Erde nach Halt griff.
Ein Lächeln, von dem ich nie zuvor ahnte, ihm jemals zu begegnen.
Fremder als sämtliche Sterne am nächtlichen Himmel schenktest du mir einen Blick in deine tiefblaue Seele. Das Blau jenes Meeres, das dich zu mir trug.
Ich hielt deine feuchten Händchen, kaltgeworden wie unsere Welt, während du friedlich deinen letzten Nachen bestiegst.
Dein Lächeln trage ich in mir.


Mostafa
August 2013 - Januar 2016

Sonntag, 9. April 2017

Das Meer trägt viele Namen

Sie schütteln die Mähnen, die Meereslöwen
und rütteln an Booten, Kähnen und Schiffen.
Den Sturmwind durchschneiden schreiende Möwen.

Der Wind heult, die Gischt tobt an Felsenriffen,
peitscht ohrenbetäubend auf Stein, auf Klippen
und rüttelt an Booten, Kähnen und Schiffen.

Dies Heben und Fallen - beständiges Wippen
auf wälzenden Wogen! Sie überschäumen
die lautlosen Schreie, splittern an Klippen.

Was nützt, gegen Stürme sich aufzubäumen?
Denn jedem Begehr folgen neue Brecher,
die berstenden Splitter zu überschäumen.

Dein Bett ist zerwühlt, Kindlein, immer schwächer
die Ärmchen; und dieses Meer muss rumoren.
Und jedem Begehr folgen neue Brecher.

Am Strand liegt ein Rettungsring, liegt verloren.
Sie schütteln die Mähnen, die Meereslöwen.
Die Ärmchen erschlafft. Das Meer muss rumoren.
Den Sturmwind durchschneiden schreiende Möwen.

Für Mostafa S.

Freitag, 13. November 2015

Así es

Hacer que me dice mi corazón - es vivir. 
Lo contrario fuera nada más que morir.

Dienstag, 7. Juli 2015

Action!

Wo Wille nur ein Wille ist,
verharrt der Mensch als Idealist.
Folgt weder Tat noch Schritt auf Schritt,
gibt dir dein Leben einen Tritt.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Rabenlied

Wie doch die Eichen knarren, wie sie traurig ächzen,
die in die Jahre kamen lang vor unsrer Zeit!
Und über ihnen gellt des Raben schrilles Krächzen.
Die Dunkelheit, fast Schwärze, trägt ihr Abendkleid.

Aus finstren Wolken, die bedrohlich Berge türmen,
weht er, der Sammler, hält mir seinen Monolog.
Die Nacht jagt Himmel, bläht sich auf, verrauscht in Stürmen.
Ich sah den Raben wieder, den, der über Eichen flog.

Von Wehmut, die uns manches Mal ereilt auf Erden,
erzählte er mir einst am Fensterbrett und sang
das Lied von der Unendlichkeit, vom Gehen, Werden.
Dann hob er ab. Die Flügel fauchten Sturm und Drang.

Und mittendrin, im Lied von Ewigkeit und Trauer,
sang er vom Leben, sang von wildem Mut.
Er rief mir zu, es wäre nichts von ew'ger Dauer;
letztendlich wäre auch am Abschied etwas gut.


Die Eichen, wie sie knarren, wie sie traurig ächzen,
die in die Jahre kamen lang vor unsrer Zeit!
Dort über ihnen gellt des Raben Ruf, kein Krächzen,
und Dunkelheit, fast Schwärze, trägt sein Abendkleid.

Montag, 8. Juni 2015

Schaurig

Das Fensterlicht schweigt zugemauert,
von Tüll und Spitzenstoff verborgen.
Des Tags, des Abends bis zum Morgen,
gleich, ob es wärmt, friert oder schauert.

Im Dunkel kauern Innenwelten,
den Arsch verteilt im Bettgestühle.
Von Alltagsgrau: Wand und Gefühle.
Der Alte hört die Alte schelten,

hört nicht mehr zu, drückt stumm die Tasten,
glotzt stoisch auf den Flachbildkasten.
Einst sprachen ihre Blicke Bände.

Erblindet starren Fensterluken
auf die Bewohner, die da spuken
und hoffen auf die Wende ________

Ende.

Freitag, 1. Mai 2015

Um Mitternacht

Im Mai stahl sich ein Stern aus einem Bettbezug;
als Bote kam er übers Dach gestiegen,
verkündete: "Ein Gruß von ihm!" per Funkenflug -
nur dies - ansonsten hat sein Mund geschwiegen.

Ein Gruß von dir. Bescheiden hielt ich ihm die Hand,
nicht zu ergreifen, vielmehr zu erahnen,
entgegen. So, als seien wir ein Leben lang bekannt.
Ein Weilchen zogen wir vereint am Himmel Bahnen.

In jener Nacht glomm dieser Stern (nur für uns zwei)
ein paar Minuten länger, sondergleichen:
ein Funkelstern um Mitternacht im neuen Mai.
Und mir gelang, ihm eine Hand zu reichen.

1. Mai

Donnerstag, 23. April 2015

Aprilpesto + Rezept


Dem morgendlichen Streifzug (heute sogar mit Specht) folgte ------------->



Pesto:


- Knoblauchrauke
- Vogelmiere
- Olivenöl
- 1 Teel.Arganöl
- Salz
- 1 Teel. Kräutersirup
- Mandeln
- Walnüsse

pürieren + genießen 
(manchmal mit Nudeln, heute aufs Brot/Marke Eigenback)





-satt-




Montag, 20. April 2015

Abgang


Medievale Fratzen sägen
an weißen Schenkeln,
weiden sich am Schwartestumpf,
sezieren, zerrupfen
epidermisblau, blutgestockt
den Schoß.
Hirn-Einmaster-schnipsend
ergötzt sich das Monsterknäuel
an schwärenden Qualen.
Eine feiste Lügenvisage
schreit rudernd
aus zungenentleertem Mund,
Mund, und ...

Erschöpft verschwenden sich
letzte Blicke
an gedoppelte Paeonia,
fängt sich Sonnenlicht
in gewebtem Kristallschleier.
Möbel knacken urgroßmütterlich.
Die Standuhr vertickt -
Lebenszeit.

Eine Fliege klatscht gegen Fensterglas -
Glas, las, aas...s.
Blüten splittern zur
Stille im Schaukelstuhl.

Diabolisch

Lustschlösser erbrachen Regenbögen.
Lippenbekenntnisse verdrehten Farben;
sie kotzten devot im Hündischen.
Scheelsüchtig gebar eine Missgunst

die Niedertracht.
Resigniert.
An zerbissener
 Unterlippe

nagte übermächtige Angst
vor Kontrollverrat.

Brüskierend blumig
tobte die Leidenschaft
auf der anderen,
der abgewandten Seite.

Und der Wurm kettete sich ans Gestänge,
wand sich in seiner Pein.
Abgedroschen wimmerte er
gen Uteri - und
war dieser Teufel längst
zum Teufel.

Montag, 2. März 2015

Bei Nacht

https://www.youtube.com/watch?v=VMuWOdIF6As

Dem Sternenmeer entspringt aus tiefster Nacht
geschäumte Glut, in der die Träume fließen.
Sie wallen unscheinbar und plaudern weise,
indes der Mond die Schleier mit Bedacht
um unsre Blicke webt, sie zu verschließen.
Auf seinen Wogen gehen wir auf Reise.

Dem Schlummer gilt die wundersamste Reise,
die süßeste, die sie uns schenkt, die Nacht.
Auf Flügeln, die uns schützen und umschließen,
derweilen Traumgestalten überfließen,
hält oben über allem einer Wacht
und lächelt ein ums andre Mal und weise.

Er schaut herab auf seine eigne Weise,
kennt jede Tücke dieser stillen Reise,
streicht Decken glatt, berührt die Kissen sacht,
ist Herrin wie auch Herr, der Mond der Nacht,
in der die hellen Meere überfließen,
das Tor des Tages zu verschließen.

Der Schlaf will nun die laute Welt verschließen,
die Stunden, die zermürbten, die nicht weise.
Erst wenn die Träume ineinanderfließen
gleich einer unbekannt gewordnen Reise,
sich Ruhe sehnt nach sternbekränzter Nacht,
wird dir ein neues Sternenlicht entfacht.

Bist du betrübt und traurig, Freund, gib Acht,
beschau die Weite dir beim Fensterschließen
in mondenvoller, sternenklarer Nacht.
Sie schenkt dir Antworten, denn sie ist weise.
Begleite sie auf ihrer weiten Reise
und spüre die Bedeutungen zerfließen.

Tu es den Flüssen gleich, die stetig fließen
wohin das Bett sie lenkt in ihrer Pracht.
Sie murmeln, strömen, ruhen auf der Reise,
beim Sich-Erholen, beim Zusammenschließen.
Dein Schlaf ist Sammlung, die am Morgen weise
verankert, was empfohlen dir bei Nacht.

Du stille Nacht, in der die Träume fließen,
in deren Weise ich manch Mond verbracht!
Dich zu erschließen, führt mich auf der Reise.

Sonntag, 1. März 2015

Hau ab!

Wie gleißts aus Himmeln, stürzt herab
verstrickt sich schier im Unterholz,
welches auf winterkahlem Grab
am Eis sich stillte, als es schmolz.
Wie jagen sich die Sonnenstrahlen,
bereit, die Wiesen bunt zu malen!

Schon in der Frühe, federweiß,
ergreifen sie die Halme, Moos,
bescheinen auf des Lenz' Geheiß
der Erde Samen, Spross und Schoß.
Der Wind reißt noch ein Blatt, das bieder
am Vorjahr hing. Es knospet wieder.

Es knospet, keimt, und jungt und springt,
als gäbe es kein Abendlicht,
von dem die Nachtigall uns singt,
zur Nacht, da Mond sich Bahnen bricht.
Kein Jammern hilft, kein Reif am Raine -
nimm deinen Hut, Herr Frost – zieh Leine!

Samstag, 28. Februar 2015

Fotostrecke

Mein Kind, wir sind aus jenen Jahren,
wo Werbebilder blütenweiß,
die Menschen aber schmutzig waren
von Schinderei, Tortur und Fleiß.
Und Bild um Bild wird bald vergreisen,
der Himmel ist schon fast verblasst.
Vergilbte Fotos unsrer Reisen,
beweisen dir: Wir waren Gast,
zu Gast im Farblos, Grau, im Matten;
für Kunterbuntes wars zu früh.
Es gab nur Sonnenlicht und Schatten,
was unsern Bildern Leben lieh.

Samstag, 24. Januar 2015

Die Affären des Don Käfernova

Es war einmal ein Käfer,

der glaubte an die Liebe,
dacht‘ Käferinnen träf er,
von denen eine bliebe.
Die erste, das Mariechen,
die wusste zu becircen.
Er mocht‘ sie nur nicht riechen,
hob sie die Kittelschürzen.
Die nächste hatte Hörner
und war ganz gegen Chemo,
sie fraß jedoch nur Körner,
und lief zu jeder Demo.
Doch dann kam sie, die Rechte,
der Knaller, ne ganz harte,
die wochenlang nur zechte –
als Mann sich offenbarte.
Ich gebe auf, so dachte
der Krabbler auf der Wiese;
im Wassergraben lachte
derweilen albern – Liese.
Nach langer schwerer Suche,
da landete ganz sachte
sein Traum bei einer Buche,
sie war so schön – die Achte.
Bei der muss er nun bleiben,
dort auf dem Bahngelände,
denn ich hör auf zu schreiben:
Aus – Schluss - Vorbei und ENDE!

Ruhe

Ein Rohrspatz sprach zur Nachtigall,
sie störe seine Muße.
Sie fragte ihn: "Gesetzt den Fall,
ich schwiege, täte Buße,
wer sänge dann?" Gar fürchterlich
schrie da der Rohrspatz : "Ich – ich - ich!"

Samstag, 17. Januar 2015

Pferd und Esel


Ein stolzer Rappe und ein alter Esel trabten an einem warmen Sommertag gen Sonnenuntergang. Unter ihren Hufen wirbelte der Staub der Straße in dichten Schwaden; Schweiß rann ihnen von der Stirn.
Mit einem Mal hub der Rappe zu reden an.
„Esel,“ sprach er, „du dummer Esel solltest hinter mir bleiben! Es geziemt sich nicht für einen wie dich, in der ersten Reihe zu marschieren.“
Der Esel, der dem stolzen Begleiter um einen Schritt vorausgewesen war, hielt inne.
„I aaaa“, erwiderte er kurz und senkte demütig den Kopf.
Der Rappe verdrehte die Augen, erhob seinen Blick zum Himmel und schnaubte.
Der Esel, der stehengeblieben war, schaute hinterher, wie der Gaul in die Schlucht stürzte, die sich wenige Schritte weiter vor ihnen aufgetan hatte.

Dienstag, 6. Januar 2015

Ein Kuss

Lerchen streifen Wolkenherden,
eine Krähe pickt im Feld
und der Ruf des Kuckucks gellt
bei den Schafen, bei den Pferden.

Siehst du uns im Grase liegen?
Leise plätschert unser Bach.
Hörst du auch mein leises “Ach,
sieh nur, wie die Schwalben fliegen”?

Oder bist du eingeschlafen?
Ich schau auf und weil ich muss,
gebe ich dir einen Kuss,
auf der Wiese, bei den Schafen.


Montag, 5. Januar 2015

Vom Reh

Der Jäger schoss ein Reh auf einem Acker.
Das stand nur da und kaute stumm an Stängeln.
Und der da schoss, der fühlte cool sich, wacker,
fernab von Schuldgefühl, Defekten, Mängeln.

Zum Schlachtefest (man weiß, dies folgt dem Schuss)
wünsch ich ihm Übelkeit und Darmverschluss.

Sonntag, 4. Januar 2015

Mimikry

Solch Kostümierung trifft mich täglich in der Stadt:
Herrje, mir scheint, als ob die Leute
(Ihr Alter? Längst egal!) von heute
Bewunderung erbetteln und, anstatt
das Leben in der Welt zu achten, sich erzwingen.

Als gälte es, mit Masken, Lärm und Energie
das Unverfälschte nachzuäffen,
krakeelen, drängeln, greinen, kläffen
und intrigieren sie mit Akribie
und wetzen hinterrücks, nie offen, ihre Klingen.

Aus welchem Brunnen schöpfen sie die schwarze Glut?
Vertauschte Gott dereinst die Trichter,
goss Geist in Lüfte, nicht Gesichter?
Pulsiert die kalte Asche, nicht die Glut?
Sind sie nur noch ein Exkrement von Sonderlingen? 

Du triffst sie überall: Sie busserln stets entzückt,
indes sie Rosenblättchen rupfen,
verschämt am Röckchen Falten zupfen.
Fällst du drauf rein, wirst du gewürgt, erdrückt!
Sieh da, schon wieder zappeln welche in den Schlingen ...

Samstag, 3. Januar 2015

Schlechte Aussichten

Sie war am Ende. Kein Mann weit und breit weckte noch ihr Interesse. 
Irgendwann muss Schluss sein, dachte sie. Was für ein Theater, und alles nur, weil sie irgendwann mal geboren worden war! Dieses Getue um Liebe ging ihr auf den Nerv. Sie fühlte sich fehlgeleitet, verarscht von einer Idee, die alle Menschen befiel, sobald sie zu pubertieren begannen.
Liebe, dachte sie. Liebe!  Ein chemischer Vorgang, der das Aussterben der Menschheit verhindern soll! Für den Fortbestand ihrer Sippe hatte sie gesorgt. Ihre Pflicht war erfüllt.
Männer waren kein Geheimnis mehr. Deren Werbeversuche entlockten ihr nur ein mitleidiges Grinsen. Mit den Jahren erschienen sogar die immer geistloser.
Nun hockte sie auf einem Felsen, ohne den dieser Strand an Romantik eingebüßt hätte und beglotzte das Meer. Seit Stunden starrte sie auf die Wellen und wie diese mit gähnender Monotonie ans Ufer schwappten.
Und dann kam er. 
Seine Augen leuchteten in der Farbe des Meeres. Sie strahlten wie die gerade untergehende Sonne. Langes Haar wallte über die breiten Schultern. Der Wind frischte auf. 
Er sprach sie an!
„Hier, deine Brille. Die hast du im Zelt vergessen. Kommst du? Wir wollen jetzt grillen, Oma.“

Freud und Leid ...

Es war an einem Sonntag im Mai. Die Sonne schien vom Himmel herab, als hätte sie Geburtstag. Fröhlich spielten ihre Strahlen auf der Waldlichtung und trafen auf einen Fuchs.
„Guten Morgen, Sonne“, rief der ihr entgegen. „Ihr scheint heute so hell, dass mir schier die Äuglein weh tun!“
Die Sonne lächelte und antwortete: „Ihr tretet aus dem Schatten in mein Reich und beschwert euch darüber? So geht doch zurück unter die Bäume! Dort ist es schattig und kühl.“
Verärgert wendete sich der Fuchs ab und verschwand im Wald.
Ein Schuss krachte. Etwas Rotes fiel ins Moos.
Der Jäger war zufrieden.

Vom Gärtner

Ein Mauerblümchen fristete sein Dasein am Fuße einer alten Ruine.
Eines Tages erschien ein Mann und beschloss in der Nachbarschaft einen Garten anzulegen. Bald blühten dort wunderschöne Rosen. 
Das Mauerblümchen freute sich anfangs über die Gesellschaft. Jedoch musste es feststellen, dass die Rosen es nicht wahrnahmen. Da reifte sein Entschluss zu blühen wie die stolzen Rosen. Von Tag zu Tag gelang ihm dies besser, auch wenn die Anstrengung Rosenblätter nachzuahmen seine ganze Kraft kostete. Wie freute es sich, als der Gärtner es endlich entdeckte!
Der nahm es mit den Worten „Du bist hier falsch!“ beim Schopf und riss es aus.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Macht mal

Die Welt drängt sich mir ständig auf,
als wär sie nicht gleichwohl
ein Rennen bis zum Zieleinlauf
und dann - am Ende hohl.

Der Mensch sucht Liebe bis zum Schluss,
als wär sie der Garant
für Ewigkeit. Welch Sockenschuss!
Der hat sich wohl verrannt?

Ach, rennt nur, rennt bis hin zum Tag,
an dem ihr umfallt, puff!
Ich bleibe hier, weil ich nicht mag,
und gehe auch einst druff.

Fremd

Ach, was waren das für Jahre,
als wir fern noch jener Bahre!

Meine Oma puhlte Bohnen,
dachte nicht ans Kälberclonen.

Knechte spitzten unter Röcke;
heute tun es alte Böcke.

Früher melkte man ab Viere.
Nunmehr heißts: Ich-mäh-die-Tiere!

Keiner spricht mehr Platt, nur platter:
English mixt das Weltgeschnatter.

Fremd ist mir die Welt geworden,
fremd der Mensch und seine Horden.

Aufenthaltserlaubnis/Duldungsklausel

Ein Stein liegt da und rührt sich nicht,
wenn Regen, Wind ihn meiden.
Die Tulpe blüht, bis sie zerbricht
und wird auch so verscheiden.

Ein Reh springt übers Feld zum Wald,
der Fuchs gräbt eine Höhle.
Und wenn das Halali erschallt,
geht’s beiden an die Kehle.

Die Wolken ballen sich in Form
und Art und malen Bilder.
Sie unterliegen eitler Norm:
dem Blick blasierter Wilder.

Der dumme Mensch glaubt sich am Ziel
der Schöpfung, feilscht und labert
mit Pro und Contra, wetzt den Kiel,
von Geist umkreist, umwabert.

Der Stein, die Tulpe, Wolken, Reh,
die müssen es ertragen,
des Menschen Ach, des Menschen Weh
und dulden ihn. Noch Fragen?

Vom Untergang des Abendlandes

Links ficken drei, rechts wird gestorben,
von oben brüllt ein Kinderbett.
Im Erdgeschoss wird schrill geworben
für das, was jeder gerne hätt.

Schräg unter uns schlägt Suffke Reiner
sein Weib und das sticht zu und ab.
Dadurch verliert im Mondenschein er
an Wert und torkelt dumpf ins Grab.

Indessen funkeln, leuchten, flimmern
und spiegeln sich im Fensterglas
die Abendwolken. In den Zimmern
bemerkt davon kaum jemand was.

Schräg unter uns wird grob gestorben
im frisch bezognen Ehebett.
Rechts fickt ein Hund, links wird geworben
für Liebe, die man gerne hätt.

Montag, 22. Dezember 2014

Sinnsuche

iCH SUCHTE LEBENSLANG DEN sINN,
FAND IHN AM eND IM uNSINN DRIN.

Colecionar (portg.)

Por todo o lado encontram-se
inumeráveis atiradas para o mundo
recolho-as
ofereço-lhes as minhas imagens
observo
como elas vêm e desaparecem
como elas amam e sofrem
se desenvolvem e vivem
as palavras perdidas 

a veces (span.)

a veces vuelo con los aves
buscando sol
pasamos mil vientos
tarareamos cantando
por noches y ternuras

tal vez vuelo con los aves
sosegando el corazón
detrás del horizonte

Mogds god

Derch de stillen Straden
fleucht än kolder Wind
un in Nachbors Gaden
spölt än Deibelskind.

In myn Hus, darinnen,
mang dä Reneklouden,
schoull myn Herz verrinnen,
droben up dän Bouden.

Wesst, ick häb verjäten,
wau myn Leevster weilt
un nu halft mir späten
Deern de Strick un heilt.

Mogd et god, ihr Leude,
kolder Wind dröcht sacht
myne Seel met Freude
övers Dach – god Nacht.


För de hochdütschen Lü:


Machts gut

Durch die stillen Straßen
flieht ein kalter Wind
und in Nachbars Garten
spielt ein Teufelskind.

In meinem Haus, darinnen,
zwischen Renekloden,
soll mein Herz verrinnen,
oben auf dem Boden.

Wisst, ich hab vergessen,
wo mein Liebster weilt
und nun hilft mir spätem
Mädchen der Strick und heilt.

Macht es gut, ihr Leute,
kalter Wind trägt sacht
meine Seele mit Freude
übers Dach – gut' Nacht.

Freitag, 19. Dezember 2014

Wiehnacht inne Ollemork

Drucken Wolken auk van droben,
brennen in Kaminen Kloben,
jault dä Wind syn Jammerlied,
kunn dä Winder mick nich schocken.
Ick bekieke syne Flocken,
freu mick up dä Wiehnachtstied.

Fief, sös Wochen noch, denn rolltse,
dä Familie, an, as wolltse
dem Jestöver rasch entfliehn.
För dat Fest heb ick jebacken,
Fisch jekokt und Swinenacken,
dat is nu ma so myn Spleen.

Wann denn allet upjefräten
bit up Knochen oder Jräten,
wern Jeschenke utjepellt.
Kalle jlänzt met Festjedichten,
Minnas Sprüche un Jeschichten
wern jeds Joar allwär vertellt.

Bed dahin hock ick am Fenster
un bekiek de Schneejespenster.
Nur dä Koter schleicht ums Been …
Wunderwitt san nun dä Fleggen.
Ohne solches, mod ick seggen,
wäre Wiehnacht half sau scheen.


Vör de Hochdütschen Lü:

Weihnacht in der Altmark

Drücken Wolken auch von oben,
brennen in Kaminen Kloben,
jault der Wind sein Jammerlied,
kann der Winter mich nicht schocken.
Ich beschaue seine Flocken,
freu mich auf die Weihnachtszeit.

Fünf, sechs Wochen noch dann rollt sie,
die Familie, an, als wollt sie
dem Gestöber rasch entfliehn.
Für das Fest hab ich gebacken,
Fisch gekocht und Schweinenacken,
das ist nun mal so mein Spleen.

Wenn dann alles aufgegessen
bis auf Knochen oder Gräten,
werden Geschenke ausgepackt.
Kalle glänzt mit Festgedichten,
Minnas Sprüche und Geschichten
werden jedes Jahr allwieder erzählt.

Bis dahin sitz ich am Fenster
und beschau die Schneegespenster.
Nur der Kater schleicht ums Bein …
Wunderweiß sind nun die Flächen.
Ohne solches muss ich sagen,
wäre Weihnacht halb so schön.