Dienstag, 11. Juni 2013

Rod vun een Adeisten, wenn sich de Paff taun Middach ankünnicht

(Rat von einem Atheisten, wenn sich der Pfarrer zum Mittag ankündigt*)

Du, myn Jong, lot man de Schnute
nöch so häng. In hunnert Joarn
kümmt keen Pastor mit de Rute,
um mit di tom Jott tau foarn.

Allwer disset Romjetaue
is nur eidler Tand, nu kick
nöch sou bidder, zuck de Broue,
un kumm mit my, mog dy schick.

Lot uns danzen inne Stroden
över all de Lü hinwech,
dy schert ollwer nur de Broden
innem eijnen Soft – för sech.

Un am Ende kümmt de Paffe
um de Mittachstied tom Froß,
süppt dyn swarten seuten Kaffe,
för di blivt nur Knoch un Oas.

Söste, ik lev wie de Mäuve,
dä hätt keener wat tou seng,
kumm nu mit my, Jong, und gläuve,
ouk ohn Paff mogts eenmal Peng.


För de hochdütschen Lü/Übersetzung:

Du, mein Junge, lass mal die Schnute
nicht so hängen. In hundert Jahren
kommt kein Pastor mit der Rute,
um mit dir zum Gott zu fahren.
Immer dieses Rumgetue
ist nur eitler Tand, nun guck
nicht so bitter, zuck die Braue
und komm mit mir, mach dich schick.
Lass uns tanzen in den Straßen,
über all die Leute hinweg.
Die kümmert eh nur der Braten
im eigenen Saft – für sich.
Und am Ende kommt der Pfaffe
um die Mittagszeit zum Fraß,
säuft deinen schwarzen süßen Kaffee,
für dich bleiben nur Knochen und Aas.
Schau, ich lebe wie die Möwe,
der hat keiner was zu sagen;
komm mit mir, mein Junge, und glaube,
auch ohne Pfaffen machts mal Peng.




* Noch bis ca. Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre war es bei uns in der Altmark Usus, dass sich einmal im Monat der Pfarrer bei seinen Schäfchen zum Essen einlud.

1 Kommentar:

  1. Lewwer duad üs slaav ...

    anderer Rat:
    http://ingeb.org/Lieder/deramtma.html

    Gruß,
    II

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